Die Antonwelt und Schule 4.0

Schule 4.0

Die Digitalisierung weitgehender Bereiche unserer Gesellschaft ist längst Teil unserer Lebenswirklichkeit und damit auch der unserer Kinder geworden. Schulkinder haben bis zum Eintritt in die Grundschule in der Regel bedeutsame, entwicklungsspezifische Objekterfahrungen erworben. So zeigen sie beim Einstieg ins Schulleben eine hohe Bereitschaft, sich den Kulturtechniken Lesen und Schreiben zu öffnen. Mit dem gezielten Einsatz digitaler Medien können wir dabei sinnvolle Unterstützung anbieten. Es werden daher auch im schulischen Bildungsraum konkrete Maßnahmen zur Förderung mit digitalen Medien angedacht.

Grundschullehrerinnen und Grundschullehrer stellen sich die Frage, in welcher Weise neue Medien genutzt werden können, um Lernprozesse von Kindern sinnvoll zu unterstützen. Welche Konzepte liegen vor, die den Anspruch an pädagogischen Content erfüllen und die Kinder unter Anwendung zeitgemäßer technischer Möglichkeiten in ihren Lernprozessen unterstützen? Diesen Frage haben wir uns als Entwicklerinnen und Entwickler der Antonwelt ebenfalls gestellt.

Lesen- und Schreibenlernen ist die kulturelle Kernkompetenz, deren Entwicklung im Aufgabenbereich und in der Hauptverantwortung der Grundschule liegt. Die Bringschuld der Schule ist an dieser Stelle nicht zu leugnen. Wir wissen aber auch, dass die Schule, ob in Österreich oder Deutschland, immer wieder nach wirksamen Konzepten sucht, wie Kinder in der Entwicklung ihrer Lese- und Schreibkompetenz gefördert werden können. Der Ruf nach solchen Konzepten manifestiert sich ob der wachsenden Brisanz mit deutlich formuliertem gesellschaftlichen und politischen Nachdruck.

Zum anderen möchte die Antonwelt auch dem allgemeinen Bildungsanspruch an die digitale Kompetenz von Schülerinnen und Schülern gerecht werden. Seit Längerem ergeht der Appell an die Schule, die Anfänge digitaler Fertigkeiten im Schulunterricht grundzulegen. Dies wird in österreichischen und deutschen Bildungsplänen klar definiert. Die vorhandenen Konzepte zur Umsetzung und Verwirklichung dieses Bildungszieles sind bislang noch unausgereift, vor allem den Grundschulbereich betreffend. Nicht zuletzt ist die Zurückhaltung vieler Lehrender vermutlich auch aufgrund mangelnder hochwertiger pädagogischer Konzepte deutlich spürbar, oft zum Leidwesen von anderen Lehrkräften, Eltern, Politik und Wirtschaft.

Neue digitale Medien für das Lesen- und Schreibenlernen nutzbar machen

In der Antonwelt werden die Kinder bei der Entwicklung ihrer Schriftsprachkompetenz unterstützt. Gleichzeitig werden sie in ihren ersten Schritten auf dem Weg zur Nutzung digitaler Medien begleitet. Digitale Medien wie Internet und Apps werden als Erweiterung und Ergänzung zum Schulbuch eingesetzt. Die Attraktivität des Mediums wird genutzt, wo das Buch als Bildungsgrundlage an seine Grenzen stößt.

Ziele der Antonwelt

In diesem Sinne lassen sich für die Antonwelt folgende Zielsetzungen formulieren: die Fortsetzung und Erweiterung des Printmediums Schulbuch durch ein zeitgemäßes, dem digitalen Zeitalter entsprechendes Medium; das freudvolle sinnerfassende Lesen und Schreiben unter Anwendung interaktiver Medien und die Faszination, die digitale Medien auf Kinder ausüben, für den Lese- und Schreiblernprozess fruchtbar machen.